SIR ROBERT STEPHENSON SMITH BADEN POWELL

1857 - 1941

 

LORD OF GILWELL 

 CHIEF SCOUT OF THE WORLD

(Zusammengestellt mit Hilfe des Buches "Der Wolf der nie schläft")

Impeesa, der Wolf der nie schläft, Larkwei, der Mann mit dem hocherhobenen Kopf, Katankya, der Mann mit dem breiten Hut, Sherlock Holmes, Protektionskind, Größenwahnsinniger, Prahlhans, verspielter Schwärmer, eitler Tropf, Glücksritter, Rattenfänger, ...

Robert Stephenson Smyth Baden-Powell wurde am 22.02.1857 geboren und war Sohn von H.G. Baden-Powell und Henriette Grace. Er hatte vier Geschwister.

Robert wuchs in den Strassen Londons auf. Als er 3 Jahre alt war starb sein Vater und sein Großvater Admiral Smyth übernahm die Erziehung. Er lehrte ihn die Freude an der Natur und vermittelte ihm viel Wissen im Hyde Park.

Als er 8 Jahre alt war starb auch sein Großvater. Von nun an ging Robert alleine auf seine Entdeckungstouren.

Diese führten ihn auch in die Londoner Slums. Hier kam ihm zum ersten Mal der Gedanke, dass alle Menschen gleich gekleidet sein sollten, damit sie nicht mehr als reich oder arm erkennbar seien könnten.

Später besuchte Robert dann das Charterhouse College. Er bekam dort den Spitznamen B.P. (BiPi) der sich aus seinen Initialen des Nachnamens ableitete.

1876 ging er auf die Militärakademie und wurde dort in die Kavallerie, 13. Husaren-regiment eingeteilt.

Als Leutnant war es seine Aufgabe Soldaten auszubilden. Zum ersten Mal führte er dort das Prinzip der Kleingruppe ein, indem er seine Kompanie in Patrouillen aufteilte. Jede Patrouille wählte einen Patrouillenleiter der von B.P. ausgebildet wurde und dies dann an die anderen Soldaten weiter vermittelte.

 “Der Hauptzweck des Kleingruppensystems ist es, möglichst vielen Soldaten möglichst viel Verantwortung zu übertragen. Jeder einzelne ist verantwortlich, dass seine Patrouille eine gute Patrouille ist. Die Gemeinschaft der Patrouille trägt Verantwortung dafür, dass jeder einzelne ein tüchtiges Patrouillenmitglied ist. Jeder kennt die Stärken und Schwächen des anderen. Die Mitglieder erziehen sich selbst.“

(DER WOLF, DER NIE SCHLÄFT, Walter Hansen, Freiburg 1985, Seite 63/64)

Sein erstes Buch „Nachrichtendienst und Kundschaftlerwesen“ entstand durch die Begegnung mit afghanischen Kundschaftlern. Er machte sich diese Methode zu eigen und entwickelte sie weiter. Die ausgebildeten Kundschaftler nannte er SCOUTS.

Nach einigen Erlebnissen, forderte er die Ausbildung der Soldaten in "Erster Hilfe".

Er wurde zum Hauptmann, Major und schließlich mit 39 Jahren zum Oberst befördert. B.P. lernte Frederic C. Burnham kenne, der später über ihn sagte:

  „Baden-Powell war ein Offizier, der den Krieg verabscheute. Er überlegte, wie man Krieg vermeiden konnte. Die größte Chance sah er in der Erziehung von Jugendlichen. Er erzählte mir, dass er in Indien britische und eingeborene Kinder zu Spielen zusammengebracht hat- und dass diese Jugendlichen sich trotz unterschiedlicher Herkunft weitaus besser verstanden als erwachsene Briten und Inder. Er erzählte auch von dem 15jährigen König Premphe, der, trotz offensichtlich guter Anlagen, durch eine abartige Erziehung zum mörderischen Diktator geworden war. B.P. sagte zu mir:

Wir sollen uns beeilen, in die Jugend das Gute zu verpflanzen, das Verständnis füreinander, die Toleranz gegenüber rassischen und nationalen Gegensätzen, die Sehnsucht nach Frieden.

Baden-Powell verglich die Erzieher von Jugendlichen mit Gärtnern, die das Gedeihen von Pflanzen beschützen. Er fragte mich aber auch öfters:

Wie kann man als Erwachsener das Vertrauen der Jugendlichen erwerben? Wie kann man Jugendliche faszinieren? Mit welchen Methoden?

Ich hatte oft das Gefühl, dass Baden-Powell sich damals schon- mehr oder weniger unbewusst mit der Gründung einer Jugendbewegung eingehender befasste als mit dem Kampf, der uns gegen die Matabele bevorstand.“

(DER WOLF, DER NIE SCHLÄFT, Walter Hansen, Freiburg 1985, Seite 130/131)

Durch ein atemberaubendes Täuschungsmanöver rettete er Mafeking. Diese Befreiung Mafekings machte BiPi in England zum Helden. Er aber wollte kein Kriegsheld sein. Das seine Bücher mittlerweile von Kindern zum Kriegspielen benutzt wurden wollte er nicht. Und so fand er den Weg zur Pfadfinderei.

Er dachte sich ein pädagogisches System aus, welches aus drei Grundsätze bestand.

1. Grundsatz

Verpflichtung gegenüber Gott, Treue zur Religion, der ein Pfadfinder angehört.

2. Grundsatz

Treuer gegenüber dem internationalen Frieden und der Verständigung der Völker. Achtung vor der Würde des Nächsten und vor der Verletzlichkeit der Natur.

3. Grundsatz

Verpflichtung gegenüber sich selbst, Verantwortung für die positive Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Die Pfadfindermethode dachte sich B.P. als ein System fortschreitender Selbsterziehung mit vier Punkten.

1 Der Pfadfinder legt ein Versprechen ab, nach den Gesetzen der Pfadfinder zu leben.

2.     Der Pfadfinder „lernt durch tun“ (learning by doing)

3.     Der Pfadfinder ist Mitglied einer kleinen Gruppe, in der sich Selbstständigkeit, Charakterfestigkeit und Zuverlässigkeit, außerdem die Bereitschaft zur Zusammenarbeit am besten entwickeln.

4.     Dem Pfadfinder wird ein fortschrittliches und interessantes Programm geboten, dass in einem engen Kontakt mit der Natur und Umwelt abgewickelt wird.

Er entwickelte eine Kluft. Die Kluft sollte den Pfadfinder als Mitglied der Pfadfinderschaft ausweisen und die Unterschiede zwischen reich und arm unsichtbar machen. Eine Lilie, die zudem als Symbol der Reinheit galt, sollte das Abzeichen der Pfadfinder sein.

Die Pfadfindergesetze formulierte B.P. so:

1.       Auf die Ehre eines Pfadfinders kann man bauen.

2.     Der Pfadfinder ist treu.

3.     Der Pfadfinder ist Freund aller Menschen und Bruder aller Pfadfinder.

4.     Der Pfadfinder ist höflich und ritterlich.

5.     Der Pfadfinder ist hilfsbereit.

6.     Der Pfadfinder schützt Tiere und Pflanzen.

7.     Der Pfadfinder ist gehorsam. (Im Gehorsambegriff sind Kritikfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein beinhaltet.)

8.     Der Pfadfinder lacht und pfeift in allen Schwierigkeiten. (Da diese Formulierung missverstanden werden könnte, wurde sie umgeändert in: Der Pfadfinder überwindet Schwierigkeiten mit Leichtigkeit.)

9.     Der Pfadfinder ist fleißig und sparsam.

10.  Der Pfadfinder ist rein in Gedanken, Worten und Werken.

Er dachte sich auch einen Gruß aus. Der Daumen legt sich auf den kleinen Finger als symbolische Geste dafür, dass der Starke den Schwachen schützt. Die drei gestreckten Finger erinnern an die drei Punkte des Versprechens.

Als großes Vorbild aller Pfadfinder und als Schutzpatron wählte B.P. den heiligen Georg „den einzigen Ritter unter den Heiligen“ (DER WOLF, DER NIE SCHLÄFT, Walter Hansen, Freiburg 1985, Seite 164) wie er ihn bezeichnete. Eines der wichtigsten Gebote war Toleranz gegenüber fremden Ländern und Kulturen. Deshalb sollten Pfadfinder möglichst oft Auslandsreisen unternehmen. „Kreuzzüge des Friedens“ (DER WOLF, DER NIE SCHLÄFT, Walter Hansen, Freiburg 1985, Seite 165)  nannte B.P. sie. Alle vier Jahre sollte ein sogenanntes Jamboree, ein Weltpfadfindertreffen stattfinden.

B.P. fand aber erst im Jahre 1907 die Ruhe und Zeit die Pfadfinderbewegung zu gründen.

Am 15.Juli 1907 fand das erste Pfadfinderlager auf Brownsea-Island mit 22 Jungen aus reicher und armer Herkunft statt. Dies war ein voller Erfolg, der in gesamt England und über Englands Grenzen hinaus bekannt wurde.

"Das 1908 Buch Scouting for boys“ erschien.

Die Pfadfinderbewegung verbreitete sich auf der ganzen Welt.

1909 fand ein Lager in England mit 11000 Teilnehmern statt auf dem auch die ersten Mädchengruppen auftraten.

                                                         

Anfang 1912 lernte er seine spätere Frau Olave St. Claire kennen. Die Hochzeit wurde am 30.10.1912 gefeiert. 1913 wurde sein Sohn Peter geboren. 1915 und 1916 wurden seine Töchter Heather und Betty geboren.

1916 übernahm seine Frau Olave die Organisation der Girl Guides. Als Emblem wurde das Kleeblatt als Symbol für Glück und Nächstenliebe ausgewählt.

Durch den großen Zuwachs der Jugendlichen, traf B.P. eine Unterscheidung in zwei Altersgruppen:

6.-12. Jahre Wölflinge

12.-... Jahre Pfadfinder

1920 fand das erste Jamboree mit 8000 Pfadfinder aus 27 Ländern statt und vier Jahre später das zweite in Kopenhagen mit 12000 Teilnehmern aus 36 Ländern.

1929 fand das dritte Jamboree Birkenhead mit 50000 Teilnehmern statt.

                                                           

Dort wurde B.P. vom König zum „Lord of Gilwell“ geehrt. Ein Jahr später erhielt seine Frau den Titel “Chief Guide of the world“.

Beim vierten Jamboree (1933) in Gödollö bei Budapest war B.P. bereits 76 Jahre alt.

Beim fünften Jamboree 1937 stand der Krieg kurz bevor und B.P. nutzte dieses Treffen um sich von allen zu verabschieden. Er forderte die Pfadfinder der Welt auf, direkt nach dem Krieg das sechste Jamboree zu veranstalten, damit dies die größte Versöhnung junger Menschen nach dem Krieg werden könnte.

1939 bei Kriegsausbruch befand sich B.P. in Afrika, wo er zu dieser Zeit auch wohnte.

Kurz vor seinem Tod sagte B.P.:

  „Der Krieg tötet manchen unserer Freunde, aber er kann den Pfadfindergeist nicht töten. Ihr, die ihr den Krieg überleben werdet, Ihr habt diesen Geist mit aller Kraft zu fördern, damit er stärker werde, als er es je war."

 (DER WOLF, DER NIE SCHLÄFT, Walter Hansen, Freiburg 1985, Seite 186)

Am 08.01.1941 starb Robert Baden-Powell. Auf seinem Sarg lagen drei Fahnen. Die Fahne Englands, die Pfadfinderfahne mit dem Liliensymbol und die Pfadfinderinnenfahne mit dem Kleeblatt.

Auf seinem Grabstein wurde ein Kreis mit einem Punkt eingemeißelt. Dies hat die Bedeutung: Ich habe meinen Auftrag erfüllt und bin nach Hause gegangen.

                                                               

Zwei Jahre nach Kriegsende 1947 fand in Moisson, Frankreich das sechste Weltpfadfindertreffen statt.

                                                                            
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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